Mit Fug und Recht
Ein kleines Update aus meinem Jahr der Kunst
Liebe Brieffreunde,
ihr werdet euch vielleicht erinnern: Anfang des Jahres schrieb ich von meinem „Jahr der Kunst“ und meinem Vorhaben, meiner künstlerischen Ader in diesem Jahr regelmäßig freien Lauf zu lassen. Eine Metapher, die sich im Nachhinein morbider liest, als ich es beabsichtigt hatte.
Nun ist schon fast Juni, und ich wollte ein kleines Update mit euch teilen.
Das hier vorweg: In den vergangenen Wochen habe ich regelmäßige Kunst-Updates in meinem neuen Newsletter UARRR veröffentlicht. Abonniert ihn gern, wenn ihr meine Kunst in euren Inboxen begrüßen möchtet. Die Sprache ist Englisch, aber man kann sich natürlich auch einfach die Bilder anschauen und muss gar nichts lesen, wenn man nicht will.
Die Briefe aus der Versenkung dienen weiterhin als Vehikel für unregelmäßige Tauchgänge in meine kleinen Emotionen und Meinungen zu Themen, die anderswo keinen Platz finden.
Meine kleinen Emotionen zu diesem ganzen Kunstvorhaben könnten derweil kaum positiver sein. Ich finde es geradezu – haltet euch fest – erfüllend. Nichts bereitet mir größere Freude, als mich irgendwo hinzusetzen und ein bisschen zu kritzeln oder einfach das zu malen, was ich gerade sehe. Keine große Agenda, kein großes Verlangen, ein Werk zu schaffen, das der Nachwelt erhalten bleiben könnte. Einfach nur achtsam investierte Minuten zwischen mir, irgendeinem Stift oder Pinsel und dem Papier.
Auch meine täglichen Comics sind zu einer wirklich schönen Gewohnheit geworden. Ich mag den Gedanken, für jeden einzelnen Tag in 2026 ein kleines Werk zu haben, das grob zeigt, was mir an diesem Tag wichtig war. Noch mehr mag ich die wöchentlichen Zusammenfassungen auf UARRR, die jetzt stattfinden, in denen ich noch mehr über die Woche schreibe und alles in einen Kontext setze. Das fühlt sich irgendwie richtig an und so, als wäre ich da wertschaffend unterwegs – wenn auch nur im Sinne von Unterhaltungswert. Das hatte ich bei meinen Schreibvorhaben sonst nur selten.
Es befriedigt auch meinen inhärenten Drang, etwas aus meinem Leben zu teilen – auf eine Weise, die sich skalierbar und gesund anfühlt. Der Kunstfilter ist stark genug, dass ich nichts teile, was andere nicht wissen sollen, und ermöglicht mir gleichzeitig, Dinge zu zeigen, die in Fotos oder Videos zu privat wären, als dass ich sie öffentlich machen wollen würde.
Ganz spannend, zumindest für mich, ist auch der Name. Als ich 15 war, brauchte ich einen Namen für meinen Blog und entschied mich für UARRR. Diese „Brand“ habe ich dann ein paar Jahre mit mir herumgetragen, irgendwann fühlte sie sich aber nicht mehr richtig an, und ich stellte online alles auf „Marcel“ um. Jetzt ergibt es für mich plötzlich wieder Sinn, diesen leicht albernen Namen zu benutzen, weil mein Kunst-Instagram sowieso noch so hieß und es mir außerdem leichter fällt, den Tech-Person-Programmierer-Designer-Marcel vom „Künstler“ zu trennen. Ich sehe das weiterhin nicht als meinen Namen, sondern als den Namen für die Sache, die ich mache – aber am Ende ist das auch alles egaler Schabernack, und niemand interessiert sich für diesen Aspekt so sehr, wie ich es tue.
Wie dem auch sei: Das Jahr der Kunst ist ein voller Erfolg, und ich könnte kaum mehr Spaß daran haben. Die Tage bin ich durch London getingelt und habe es sehr genossen, ohne schlechtes Gewissen in Künstlerbedarfläden shoppen zu können, denn ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich dieses Jahr Künstler bin. Es gab keinen einzigen Tag, an dem ich nicht Kunst gemacht habe. Darauf bin ich schon ein bisschen stolz!
Wie gesagt: Ich würde mich freuen, wenn ihr mir auch auf der anderen Seite Gesellschaft leisten würdet. Ansonsten lesen wir uns hier, wenn auch unregelmäßiger und seltener!
Ich freue mich!
Marcel
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